StartKlar Schriftzug

Elterninitiative

Früh- und Risikogeborene

Mittelfranken e.V.

Was können die Eltern für ihr Frühgeborenes tun?

Es gibt keine Lösung, die für alle gut ist, sondern es ist immer von Kind, Eltern und Krankenhaus abhängig, was gut tut.

Denken sie daran, dass der Klinikaufenthalts ihres Kindes eine anstrengende Zeit für alle ist, in der sie gefordert werden, und in der es auch zu Extremsituationen kommen kann – sie sollten deshalb nicht entsetzt über sich selbst und ihre Gedanken sein.
Alle Gefühle und Gedanken sind in Ordnung.
Viele Mütter empfinden Schuldgefühle, die nicht nötig, aber normal sind.

Wenn sie das Gefühl haben, dass sie es selber nicht mehr alleine schaffen, gibt es meist auch in der Klinik (und auch außerhalb) seelische Unterstützung. Fragen sie einfach mal auf Station.

Denken Sie auch an sich! Ihr Kind braucht sie gesund und fröhlich. Es hilft ihm nicht, wenn sie erschöpft sind. Gönnen Sie sich etwas (z.B. Musik hören, Kaffee trinken gehen, einen Blumenstrauß für zu Hause, ...). Ohne schlechtes Gewissen kann man auch Zeit alleine, außerhalb der Klinik verbringen. Ihr Kind ist dabei gut versorgt. Und wenn ihr Kind dann entlassen ist, wird das schwieriger.

Um den Trennungsverlust, der durch die Frühgeburt oft entsteht, abzumildern, werden die Eltern möglichst früh mit in die Betreuung einbezogen. Sie können in dieser sehr belasteten Situation als "frühgewordene Eltern" nur dann eine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen, wenn sie dazu ermutigt werden, Kontakt zu dem Kind aufzubauen, es zu berühren, zu streicheln usw. und dadurch positive Interaktionserfahrungen mit ihrem Kind erleben.

Die Eltern werden meist so früh wie möglich an der Pflege beteiligt und übernehmen nach und nach immer mehr Tätigkeiten (z.B. wickeln, füttern…). So fühlt man sich als Eltern nicht mehr so machtlos und gewinnt allmählich Kompetenz und Verantwortung für sein Kind zurück..

Auch die "Kängurumethode“ erlaubt eine enge Kontaktaufnahme zum Kind. Hierbei wird das Kind aus dem Inkubator genommen und den Eltern für einige Zeit auf die Brust gelegt. Streicheln, Massieren, Ansprechen, Schaukeln und Halten des Kindes beruhigen einerseits die Kinder und fördern andererseits die Eltern-Kind-Beziehung.

Besonders das Stillen bietet Möglichkeit zum engen Körperkontakt. Die Mütter können etwas für ihr Kind tun, fühlen sich ihm mehr verbunden und gewinnen ein Stück Normalität zurück. Eine Stillberaterin oder Hebamme kann beim Anlegen, beim Abpumpen und allen anderen Problemen und Fragen beim Stillen behilflich sein. Scheuen Sie sich nicht, sich nach dieser Hilfe zu erkundigen, weder in der Klinik noch „draußen“. Versuchen sie am besten auch, eine Stillberaterin/Hebamme zu finden – auch für zu Hause, die mit Frühchen Erfahrung hat, da hier manches anderes ist. Zum Thema Stillen von Frühchen gibt es auch Literatur.

Elterngruppen, in denen andere betroffene Eltern ihre Erfahrungen mit den neuen Eltern austauschen können, sind eine weitere Hilfe bei der Bewältigung, besonders auch nach der Entlassung aus der Klinik. Am besten erkundigen sie sich bei ihrer Klinik, ob es dort so eine „Frühchengruppe“ gibt, wenn sie das möchten.

Das hat uns geholfen (Kleine Tipps)
  • Süßigkeiten oder Nüsse im Schließfach
  • Kaffeetrinken (Vorsicht, falls sie stillen)
  • Kontakt zu Eltern, die es hinter sich haben, oder die in der gleiche Situation sind
  • Kontakt zum Psycho-Sozialen-Dienst