Denken sie rechzeitig daran, dass sie eventuell folgendes dringend zu Hause brauchen werden:
- Milchpumpe – erkundigen sie sich unbedingt vorher, welche Pumpen am besten sind.
- Nahrungsmittel – spezielle Milch für Frühgeborene können sie über ihre Apotheke kaufen. Fragen sie in der Klinik nach, welches Produkt in der Klinik verwendet wird, da eine Umstellung manchmal Probleme (z.B. Blähungen, Durchfall oder Verstopfung) hervorrufen kann oder es schmeckt ihrem Kind einfach nicht und es will nicht trinken.
- Frühchenwindeln – können über die Apotheke gekauft werden
- Inhalationsgerät – hier würden wir empfehlen das Gerät nicht zu mieten, sondern über die Krankenkasse zu erwerben, da es oft über eine längere Zeit gebraucht wird.
- Hebammenhilfe - Jede Frau hat nach der Geburt eines Kindes Anspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme für 10 Tage. Diese kann bei Notwendigkeit bis zu 8 Wochen nach der Geburt ohne ärztliche Verordnung fortgesetzt werden, z.B. bei Stillproblemen. Ab 8 Wochen nach der Geburt ist eine Verordnung entweder vom Klinikarzt oder vom Kinderarzt notwendig, die begründet werden und medizinisch notwendig sein muss. Bei größeren Problemen wie z.B. Trinkschwierigkeiten, oder Problemen bei der Umstellung von der Klinik auf Zuhause, werden diese Verordnungen während des ganzen ersten Lebensjahres von den Kassen akzeptiert. Bei längerer Dauer empfiehlt es sich jedoch, vorher mit der Kasse zu sprechen.
- Kinderarzt - Damit sich der Kinderarzt auf seinen neuen Patienten einstellen kann, ist es wichtig, schon bald Kontakt aufzunehmen und die Entlassung aus der Klinik anzukündigen.
- Frühförderung/Krankengymnastik - Denken sie rechtzeitig daran, sich anzumelden, denn es gibt z.T. auch Wartelisten. Evtl. bekommen sie die Adressen in der Klinik ( KG-Praxen, die auf Frühchen spezialisiert sind und Frühförderung).
Machen sie sich bewusst, dass die Anpassung an eine neue Umgebung Zeit braucht. Versuchen sie, feste Zeiten für das Baden und Spielen einzuführen, aber seien sie sich bewusst, dass das nicht sofort gelingen mag, denn oft wehren sich Babys in dieser Phase gegen feste Rhythmen.
Begrenzen sie, wenn es ihnen zu viel ist, die Zahl der Besucher. Es ist völlig in Ordnung, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn jemand zu Besuch kommen möchten. Oft hilft es, in den ersten Nächten ein schwaches Licht brennen und/oder ein Radio leise laufen zu lassen, denn die Kinder sind durch den Krankenhausaufenthalt meist an Helligkeit beim Schlafen und an einen gewissen Geräuschpegel gewöhnt. Wenn sich das Kind dann schon eingewöhnt hat, versuchen sie nachts so wenig wie möglich mit ihrem Kind zu machen, damit es sich daran gewöhnt, dass die Nacht zum Schlafen da ist. Das ist in der Klinik ja etwas anders. Wickeln sie nur, wenn unbedingt nötig, sprechen sie so wenig wie möglich und tragen ihr Kind nur herum, wenn es nicht anders geht. Dabei ist es auch eine Hilfe, wenn man nachts kein oder höchstens gedämpftes Licht anmacht. Aber auch hier gilt, nicht jedes Kind ist gleich. Achten Sie also darauf, was ihrem Kind am besten tut.
Wenn Ihr Baby fortwährend schreit, versuchen Sie:
- erst einmal Licht und Geräusche zu vermindern
- ihm einen Schnuller anzubieten
- es sanft, aber fest einzupacken
- es sanft zu klopfen und sich langsam zurückziehen, wenn es eingeschlafen ist
- zu vermeiden, mehrere Dinge auf einmal zu tun; vermeiden Sie die Aktivität und seien sie möglichst klar und ruhig im Umgang mit dem Baby
- das Kind im Tragetuch zu tragen – geeignet für kleine Kinder mit geringem Muskeltonus, die sehr viel Körperkontakt brauchen
- Hängematte oder Bettchen zum Aufhängen, das gleichmäßige Schwingen beruhigt viele Kinder
- Auf dem Gymnastikball mit dem Kind im Arm zu „hoppeln“
Aber auch hier gilt, nicht jedes Kind ist gleich. Achten Sie also darauf, was für ihr Kind am besten erscheint.
Nach der Eingewöhnungsphase, wenn sie selbst und das Kind Abwechslung brauchen:
In vielen Mutter-Kind Gruppen unterhalten sich die Mütter nur darüber, was ihr Kind schon wieder kann oder können sollte, was es schon isst, wie die Geburt war ... und das kann auch schon frustrierend sein und ihre (besondere) Situation wird nicht unbedingt verstanden, sonder eher in die „Ich kenn da jemanden ...“- oder „Im Fernsehen war da neulich ein Bericht ... „- Schublade gesteckt.
Wir haben gute Erfahrungen gesammelt, mit:
- PeKIP für Frühgeborene, z.B. in bei der Lebenshilfe Fürth (Frühförderung)
- Musikgarten, viele Kinder reagieren sehr positiv auf Musik und im Musikgarten ist es ja auch kein Problem, wenn das Kind noch nicht aufgeholt hat.
- Speziellen Krabbelgruppen, z.B. gibt es eine Integrative Krabbelgruppe am Klinikum Fürth, ab etwa 1 ½ Jahre (Tel.: Frau H. Schweigger 0911/7580-3100)
Broschüren vom Bundesverein für Frühgeborene.
Bisher sind 5 Broschüren für Eltern frühgeborener Kinder erschienen:
- Frühgeborene in den ersten Lebenswochen,
- Frühgeborene nach der Entlassung,
- Entwicklungsprognose frühgeborener Kinder,
- Finanzielle Hilfen für frühgeborene Kinder und ihre Angehörigen,
- Frühgeborene und ihre Eltern in der Klinik.
Sozialrecht
Ein langer Klinikaufenthalt während der Schwangerschaft und nach der Geburt des Kindes bringt nicht nur medizinische sondern auch familiäre und finanzielle Probleme mit sich.
Was ist mit dem Mutterschutz? Mutterschutz bei Frühgeburt
6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt eines Kindes befinden sich Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, im Mutterschutz. Frauen, die ein Frühgeborenes oder Mehrlinge bekommen, haben nach der Entbindung eine verlängerte Mutterschutzfrist von 12 Wochen. Bei Frühgeburten verlängert sich die Schutzfrist zusätzlich um den Zeitraum, den die Mutter vor der Geburt nicht in Anspruch nehmen konnte. Gleichzeitig verlängert sich dadurch die Zahlung des Mutterschaftsgeldes.
Wer noch helfen kann:
- Bei Problemen mit der Ernährung – Logopädie
- Wenn das Kind viel schreit und/oder es Probleme mit dem Schlafen gibt -Schreisprechstunde – bei der Lebenshilfe Fürth Frühförderung
- Nachsorgeverein Klabautermann e.V. http://www.klabautermann-ev.de
- Mütterberatungen
- Eltern-Kind Kur – unter http://www.fachklinik-bromerhof.de/fruehchen.html und http://www.mutter-kind.de/ finden Sie Informationen über Kliniken die Kuren für ehemalige Frühgeborene anbieten, und die Voraussetzungen dafür. Die Fachklinik Bromerhof ist eine Kooperationsklinik des Bundesverbandes "Das frühgeborene Kind" e.V.
- http://members.chello.at/fruehchenmamis/
- http://www.rund-ums-baby.de/fruehgeburt/
- http://www.halte-durch-mama.de/homepagehtml/index.htm
- http://fruehchen.plusboard.de/
- http://www.gofeminin.de/forum/show1_f161_1/schwangerschaft/fruehgeburt.html
- http://www.rehakids.de
- http://www.sondenkinder.de/
- http://www.fruehchen-netz.de/
- http://www.fruehgeborene.de/
- http://www.fachklinik-bromerhof.de/fruehchen.html
- http://www.mutter-kind.de/
- http://www.klabautermann-ev.de

